Auf nach Bethlehem! Auf zum Kripperl! In der vierten Folge unserer Kripperl-G'schicht'n für über 3-Jährige geht es um Josef. Wir gestalten eine Laterne.
Wir haben für Sie zwei Versionen der Laterne:
Schaffen Sie für die Entstehung der Adventslaterne einen besonderen Rahmen. Machen Sie ein Ritual daraus, indem Sie wöchentlich Zeit für diese Aktion einplanen.
Advent, Zeit der Stille:
Die Kinder versammeln sich im Kreis oder um den Tisch. Der Erwachsene schlägt die Klangschale an. Die Gruppe ist leise, bis der letzte Ton verklungen ist.
oder
Einstieg durch einen gemeinsamen Spruch:
Advent, das ist die Zeit der vielen Lichter,
sie zaubern ein Lächeln in kleine und große Gesichter.
Wir werden still und nehmen uns füreinander Zeit,
denn Weihnachten ist nun nicht mehr weit.
oder
Gemeinsames Adventslied:
Wählen Sie ein der Gruppe bekanntes Adventslied aus. Singen Sie gemeinsam, zum Beispiel „Das Licht einer Kerze“ oder „Seht die gute Zeit ist nah“.
Eröffnung durch das Kreuzzeichen:
Guter Gott,
Ich denke an dich. Kreuz auf die Stirn
Ich spreche von dir. Kreuz auf den Mund
Ich hab dich lieb. Kreuz auf dem Herz
Wir hören gemeinsam die Geschichte an.
Mei o mei, bin ich müde. Eine Mütze voll Schlaf könnte ich wirklich gut gebrauchen. Seit Wochen finde ich nicht richtig zur Ruhe.
Zuerst hat mir die Nachricht von Maria, dass sie ein Kind erwartet, echt schlaflose Nächte bereitet. Denn eines war leider klar: Das Kind konnte nicht von mir sein. Ich war hin- und hergerissen, was ich tun sollte: Maria verlassen oder meinem Herzen folgen und mit dieser Frau, die ich wirklich liebe, eine außergewöhnliche Familie gründen.
Eines Nachts, ich hatte wieder nicht gut geschlafen, ist etwas Eigenartiges passiert: Es war, als würde der Himmel zu mir sprechen, und ich spürte plötzlich eine innere Sicherheit: Das Kind, das wir bekommen werden, wird etwas Besonderes sein. Es ist, wie Maria es mir gesagt hat. Wir werden für Gottes Sohn die Familie auf dieser Erde sein.
Es dauerte ein bisschen, bis ich mich mit diesem Gedanken wirklich angefreundet hatte, und dann kam auch schon die Aufforderung des Kaisers, dass alle Bewohner des Landes in ihre Geburtsstadt gehen müssen, um sich zählen zu lassen. Na, prima. Ausgerechnet! Und was soll ich jetzt mit meiner schwangeren Frau machen? Schnell war klar: Maria muss mit, damit wir zusammen sind, wenn das Kind kommt.
Ich sattelte also den Esel. Habt ihr schon mal einen Esel gesattelt? Spätestens da wusste ich, dass diese Reise alles andere als komfortabel werden würde. Aber immerhin musste Maria den weiten Weg nicht zu Fuß gehen. Als wir dann endlich in Bethlehem angekommen sind, gab es echt nirgends ein Zimmer – kein Gasthof hatte was frei. Und besonders freundlich waren die Menschen auch nicht. Außer einem: Ein Wirt. Er war herzlich und hatte Mitleid mit uns und bot uns an, dass wir in seinem Stall ein bisschen außerhalb der Stadt bleiben und es uns dort gemütlich machen können.
Witzig! Es sich in einem Stall gemütlich machen? – Geht das denn? Aber wisst ihr was? In diesem Augenblick ist mir bewusst geworden: Im Leben braucht es gar nicht viel. Der Stall bietet uns ein Dach über dem Kopf, wir haben es warm dort und auf dem Stroh können wir uns ausruhen.
Nur leider bin ich bis jetzt nicht zum Ausruhen gekommen. Die lange Reise war anstrengend für Maria, und kaum, dass wir im Stall waren, bekam sie Wehen. Das Kind kündigte sich an. Unser Kind. Oh Mann, das Wirrwarr der Gefühle in mir, hatte jetzt echt seinen Höhepunkt erreicht: Müdigkeit, Freude, Hilflosigkeit, Zukunftsangst und Glücksgefühl. Ich wusste gar nicht, dass man so viele Gefühle gleichzeitig haben kann.
Maria spürte das. Sie nahm mich bei der Hand uns sagte: Josef, das Leben ist ein Abenteuer. Jeden Tag auf’s Neue. Vieles können wir planen, und manches passiert einfach. Manchmal ist das Leben leicht, und manchmal müssen wir es ertragen. Lass uns zusammenhalten, lass uns weiterhin auf Gott vertrauen, und lass uns mutig gemeinsam durch’s Leben gehen – für uns und für dieses Kind.
Sanft küsste ich sie auf die Wange. Sie ist die Frau, die ich liebe und wir werden mit unserem Kind gemeinsam eine Familie sein, und letztlich ist ja jedes Kind ein Abenteuer, aber auch ein Geschenk Gottes. Unser Kind halt ganz besonders!
Ich atme tief ein und gönne mir einen Augenblick der Ruhe, denn meine Mütze voll Schlaf muss leider immer noch ein bisschen warten.
Planen Sie nach der Geschichte Zeit für Impulse ein, die den Kindern helfen, die Inhalte ganzheitlich zu begreifen.
Impulse zur Heiligen Familie:
Gestaltung:
Jedes Kind gestaltet durch einen Fingerabdruck die Erzählfigur aus der Geschichte auf das Laternenpapier. Der Fingerabdruck kann individuell durch Zeichnungen ergänzt werden. Alternativ kann auch eine Laterne für die Gruppe entstehen. Im Laufe der vier Wochen werden alle Kinder miteinbezogen, so dass am Ende die Laterne die Fingerabdrücke aller Kinder zeigt.
Mit den Ohren lausche ich Hände an das Ohr legen
Mit den Fingern gestalte ich Finger in der Luft tanzen lassen
Bist mein Adventslicht Hände zur Flamme falten
und tust mir gut Beide Daumen hoch
Gibst mir Freude und auch Mut Lachen und Hände in die Hüfte stemmen
Ich spüre deiner Kerze hellen Schein Handflächen ausbreiten und im Halbkreis von oben nach unten führen
is tief in mein Herz hinein Beide Hände auf das Herz legen
Kapellenstraße 4
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Ansprechpartnerin: Stefanie Penker
Preysingstraße 93
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