Kirche soll ein sicherer Raum sein, in dem für Übergriffe und sexuellen Missbrauch kein Platz ist. Pfarreien, Kitas, Schulen und alle weiteren Einrichtungen sind verpflichtet, sexualisierter Gewalt bestmöglich vorzubeugen.
Die Prävention von sexuellem Missbrauch hat in der Erzdiözese München und Freising höchste Priorität. Dabei sind hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeitende gleichermaßen wichtig. Nur mit ihrem Engagement, ihrer Achtsamkeit und ihrer Zivilcourage kann Prävention gelingen. Für die Entwicklung und Begleitung der diözesanen Aktivitäten in diesem Feld ist die „Stelle zur Prävention von sexuellem Missbrauch“ im Erzbischöflichen Ordinariat München zuständig und als Stabsstelle direkt beim Generalvikar angesiedelt, um die Bedeutung der Präventionsarbeit zu unterstreichen und die notwendige Handlungsfähigkeit zu gewährleisten.
Erfahren Sie mehr im Interview mit Lisa Dolatschko-Ajjur, die die Präventionsstelle gemeinsam mit Christine Stermoljan leitet. Informieren Sie sich auch über das breite Engagement der Erzdiözese in der Unterstützung Betroffener und in der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt.
Alle Mitarbeitenden im kirchlichen Dienst, die Kenntnis von einem (Verdachts-)Fall von sexuellem Missbrauch oder einer Grenzüberschreitung erhalten, haben die Pflicht, unverzüglich eine der unabhängigen Ansprechpersonen darüber zu informieren, wenn sich der Verdacht gegen einen Haupt- oder Ehrenamtlichen beziehungsweise eine Haupt- oder Ehrenamtliche der Erzdiözese München und Freising richtet.
In nachfolgender Datei finden Sie ein Handlungsleitfaden zum „Vorgehen im Verdachtsfall bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder, Jugendliche oder eine schutz- oder hilfebedürftige Person".
Mit großem Engagement gestalten die Pfarreien und Einrichtungen der Erzdiözese verschiedene Angebote für Kinder und Jugendliche. Sie werden in ihrem Glauben gestärkt, erleben Gemeinschaft und übernehmen Verantwortung. Alle Personen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, haben eine besondere Verantwortung dafür, dass kirchliche Einrichtungen sichere Orte sind.
Die Erzdiözese München und Freising hat in Kooperation mit der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm und der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom das E-Learning-Programm „Prävention von sexuellem Missbrauch in der Erzdiözese München und Freising“ entwickelt. Die Methode des E-Learnings bietet die Möglichkeit, sich zeitlich und örtlich vollkommen flexibel weiterzubilden. Die Schulungsmaßnahme ist eine verpflichtende Fortbildungsmaßnahme für alle pastoralen Mitarbeitenden und schließt mit einem von Generalvikar Christoph Klingan unterzeichneten Zertifikat ab. In Kürze werden per E-Learning zudem eine Präventionsschulung für Ehrenamtliche sowie die Schulung „Fachliche Vertiefung zur Prävention von sexuellem Missbrauch“ für pastorale Mitarbeitende angeboten.
Die Stelle zur Prävention von sexuellem Missbrauch hat verschiedene Handreichungen entwickelt. Unter dem Leitmotiv „Miteinander achtsam leben“ helfen sie dabei, in den Pfarreien, Kitas und Einrichtungen eine Kultur des Respekts und der Wertschätzung sowie eine Haltung der Achtsamkeit zu etablieren. Die Handreichungen zeigen zudem auf, wie mit Verdachtsfällen professionell umzugehen ist, um Betroffene bestmöglich zu unterstützen.
Alle Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen, die Umgang mit Kindern und Jugendlichen haben, müssen eine Selbstauskunft und eine Verpflichtungserklärung zur persönlichen Eignung für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen sowie alle fünf Jahre ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen.
Hier finden Sie nähere Informationen sowie alle benötigen Dokumente.
In jeder Pfarrei und jeder Einrichtung muss es eine Ansprechperson für Präventionsfragen geben: Eine sogenannte „In Präventionsfragen geschulte Person“ (iPgP).
Die Stabsstelle Prävention bietet eine Basisschulung zur Qualifizierung als „In Präventionsfragen geschulte Person“ an, die jeweils im Frühjahr und im Herbst stattfindet. Mitarbeitende, die das E-Learning-Programm „Prävention von sexuellem Missbrauch“ erfolgreich absolviert haben, sind für die Funktion „In Präventionsfragen geschulte Person“ bereits ausreichend qualifiziert und müssen diese Basisschulung nicht besuchen.
Zudem gibt es einen aufbauenden, praxisorientierten Workshop für die „In Präventionsfragen geschulte Person“. Voraussetzung für diesen Workshop ist die Qualifizierung als „In Präventionsfragen geschulte Person“.
Sexueller Missbrauch ist kein Versehen, sondern eine geplante Tat. Es darf nicht dem Zufall überlassen bleiben, ob Mädchen und Jungen geschützt werden. Daher ist es wichtig, präventive Maßnahmen zu planen und diese in einem institutionellen Schutzkonzept festzuschreiben.
Für Pfarrverbände und Pfarreien: Weiterführende Informationen und Hilfestellungen finden Sie in dem Lernraum „Schutzkonzepte in Pfarrverbänden und Pfarreien“ auf der Lernplattform der Erzdiözese. Für die Einschreibung in den Lernraum ist ein Einschreibeschlüssel erforderlich, den Sie unter Praevention@eomuc.de beantragen können.
Für Kitas: Von der Hauptabteilung Kindertageseinrichtungen, Abteilung Pädagogik der Frühen Kindheit, wurde der Lernraum „Ein Kinderschutzkonzept für unsere Einrichtung“ entwickelt. Sie möchte damit den Mitarbeitenden in den Einrichtungen Instrumente und Impulse an die Hand geben, mit denen sie konkret und praxisbezogen ein individuelles und für die Einrichtung passendes Schutzkonzept erarbeiten und weiterentwickeln können. Das Team der Abteilung unterstützt die Einrichtungen der Erzdiözese München und Freising auch dabei. Den Lernraum finden Sie auf der Lernplattform der Erzdiözese. Bei Interesse an einer Einschreibung wenden Sie sich an kita@eomuc.de
Krippe, Kindergarten, Hort: Die Kindertageseinrichtungen der Erzdiözese München und Freising sollen sichere Orte sein, an denen für Übergriffe kein Raum ist. Tausende von Kindern werden dort liebevoll betreut, gefördert und in ihrem Glauben gestärkt. Dies geschieht mit großem Verantwortungsbewusstsein und Engagement.
Das Personal der Kindertageseinrichtungen trägt in seiner täglichen Arbeit eine besondere Verantwortung für das körperliche, geistige und seelische Wohl aller ihm anvertrauten Kinder. Deshalb bietet die Stelle zur Prävention von sexuellem Missbrauch eintägige, verpflichtende Präsenzschulungen zur Prävention von sexualisierter Gewalt speziell für das pädagogische Personal in Kindertageseinrichtungen an. Die Inhalte der Schulungen orientieren sich weitgehend an den Handreichungen, die für das Personal der Kindertageseinrichtungen zur Verfügung gestellt werden.
Bei inhaltlichen Fragen zum Schulungsangebot wenden Sie sich bitte an Franziska Mayer unter FrMayer@eomuc.de oder an Miriam Strobl unter MStrobl@eomuc.de.