Auf nach Bethlehem! Auf zum Kripperl! In der dritten Folge unserer Kripperl-G'schicht'n für über 3-Jährige geht es um den Stall. Wir gestalten eine Laterne.
Wir haben für Sie zwei Versionen der Laterne:
Schaffen Sie für die Entstehung der Adventslaterne einen besonderen Rahmen. Machen Sie ein Ritual daraus, indem Sie wöchentlich Zeit für diese Aktion einplanen.
Advent, Zeit der Stille:
Die Kinder versammeln sich im Kreis oder um den Tisch. Der Erwachsene schlägt die Klangschale an. Die Gruppe ist leise, bis der letzte Ton verklungen ist.
oder
Einstieg durch einen gemeinsamen Spruch:
Advent, das ist die Zeit der vielen Lichter,
sie zaubern ein Lächeln in kleine und große Gesichter.
Wir werden still und nehmen uns füreinander Zeit,
denn Weihnachten ist nun nicht mehr weit.
oder
Gemeinsames Adventslied:
Wählen Sie ein der Gruppe bekanntes Adventslied aus. Singen Sie gemeinsam, zum Beispiel „Das Licht einer Kerze“ oder „Seht die gute Zeit ist nah“.
Eröffnung durch das Kreuzzeichen:
Guter Gott,
Ich denke an dich. Kreuz auf die Stirn
Ich spreche von dir. Kreuz auf den Mund
Ich hab dich lieb. Kreuz auf dem Herz
Wir hören gemeinsam die Geschichte an.
Draußen scheint es heute ja sehr schlecht Wetter zu sein. Der Wind weht um meine Bretter, manche knarzen schon richtig, und der Regen prasselt gegen meine Wand. Ach so, ihr wisst nicht was ich da rede und wer ich bin? Ich bin ein Stall. Ich stehe außerhalb einer großen Stadt, und ich gebe zu, heute ärgere ich mich sehr. Den ganzen Tag schon höre ich viele Menschen an mir vorbeilaufen. Es scheint, dass in der Stadt viel los ist. Die Stimmen sind laut und aufgeregt. Nur mein Tor öffnet niemand. Dabei würde ich auch gerne einmal Besuch bekommen.
Schon klar, es ist ja nicht einladend. Ich hätte natürlich gern eine goldene, schön geformte Klinke, aber dafür hat es nicht gereicht. An meiner Tür ist nur ein einfacher Riegel. Mit dem kann man absperren. Trotzdem, ich bin immer noch ansehnlich, oder sagen wir mal so: Ich bin nicht kaputt und erfülle meinen Zweck. Die Bretter haben keine Risse, und auch das Dach ist nicht kaputt. Hier in meinem Inneren ist es trocken und auch wärmer als draußen.
Warm ist es auch deshalb, weil schon seit langer Zeit ein Ochse bei mir wohnen darf. Ich glaube, er ist schon recht alt und taugt nicht mehr für die schwere Arbeit. Der Wirt, mein Besitzer, hat ihn einfach zu mir gebracht. Und da steht er nun den ganzen Tag. Ein langweiliges Leben. Manchmal kommt der Wirt und füttert ihn. Dann spricht er mit ihm. Nur mit mir spricht keiner. Damit bin ich doch auch wichtig. Ich gebe euch Schutz und Unterschlupf. Obwohl ich immer da bin, übersehen mich alle. Ich wär auch so gerne einmal wichtig.
Nanu, jetzt öffnet sich ganz vorsichtig das Tor. Wahrscheinlich war es der Wind. Aber nein, da stehen zwei Leute im Eingang. Die sind bestimmt gleich wieder weg, wenn sie sehen, wie einfach ich bin. Hierher verirrt sich niemand freiwillig. Oh, sie schließen wirklich das Tor und treten ein. Die Frau setzt sich gleich auf die Futterkrippe. Hoffentlich kapiert der Ochse, dass er jetzt nett und vorsichtig sein muss, denn die Frau schaut unendlich müde und hat einen sehr dicken Bauch. Fast so, als ob sie Baby bekommt. Das kann aber sicher nicht sein. Ich bin ein Stall, kein Ort für ein Baby. Da täusche ich mich wohl.
Obwohl es schon toll wäre. Einmal im Leben etwas Besonderes sein. Nicht nur Tieren Schutz geben, sondern auch Menschen als Gäste zu haben. Plötzlich ist alles anders. Mein Ärger darüber, dass die Menschen an mir vorbeilaufen, ist weg. Ich spüre, mit der Frau, dem Mann und mit dem Esel, den sie dabeihaben, kann alles anders werden. Vielleicht wird heute der beste Tag in meinem Leben. Wer weiß, vielleicht werden die Leute noch lange von mir reden. Wie spannend!
Planen Sie nach der Geschichte Zeit für Impulse ein, die den Kindern helfen, die Inhalte ganzheitlich zu begreifen.
Gestaltung:
Jedes Kind gestaltet durch einen Fingerabdruck die Erzählfigur aus der Geschichte auf das Laternenpapier. Der Fingerabdruck kann individuell durch Zeichnungen ergänzt werden. Alternativ kann auch eine Laterne für die Gruppe entstehen. Im Laufe der vier Wochen werden alle Kinder miteinbezogen, so dass am Ende die Laterne die Fingerabdrücke aller Kinder zeigt.
Mit den Ohren lausche ich Hände an das Ohr legen
Mit den Fingern gestalte ich Finger in der Luft tanzen lassen
Bist mein Adventslicht Hände zur Flamme falten
und tust mir gut Beide Daumen hoch
Gibst mir Freude und auch Mut Lachen und Hände in die Hüfte stemmen
Ich spüre deiner Kerze hellen Schein Handflächen ausbreiten und im Halbkreis von oben nach unten führen
Bis tief in mein Herz hinein Beide Hände auf das Herz legen
Kapellenstraße 4
80333 München
Ansprechpartnerin: Stefanie Penker
Preysingstraße 93
81667 München