Wer war der heilige Benno? Warum verehren wir ihn in München als Schutzpatron der Stadt? Unsere Andacht gibt Antworten.
Die Andacht zum Heiligen Benno ehrt den Bischof und Märtyrer, der sich mit Mut und Hingabe für seinen Glauben einsetzte. Als Schutzpatron der Stadt Meißen und des Bistums wird er für seine pastorale Fürsorge und seinen unerschütterlichen Glauben verehrt. Auf dieser Seite finden Sie eine Andachtsliturgie, die sein Leben und seinen Dienst an Gott und den Menschen in den Mittelpunkt stellt.
Ein Schlüssel, eine Schere, dazu eine Filztafel oder ein Papierbild, das mit den folgenden Elementen aus Filz oder Karton in den Farben Grün, Grau, Rot, Blau und Gelb nacheinander belegt und aufgebaut wird: grüner Filz oder Karton für den Hintergrund, grauer Filz oder Karton für die Kirche, rote Dreiecke für die beiden Dächer, blaue Streifen für die Wellen der Elbe, ein gelber Bischofsstab, ein grauer Fisch, evtl. ein ausgeschnittener Schlüssel.
Jetzt ist Schatz-Zeit. Machen wir uns bereit. In Gottes Namen fangen wir an. Jeder ist wichtig, weil jeder was kann. Wir hören Geschichten, beten und singen. So wird unsere Schatz-Zeit immer gelingen. Als Erinnerung findet am Ende Platz, im Kästchen unser wertvoller Schatz.
GL: Woher kennt ihr Schlüssel?
GL: Ein Schlüssel schließt etwas auf.
GL: Mit einem Schlüssel kann ich da hinein, was mir der Schlüssel öffnet. Alle anderen dürfen nicht hinein. Der Schlüssel ist ein Symbol für alles, was verschlossen sein kann. Z.B. können wir eine Freundschaft schließen, eigentlich ja eröffnen, deshalb tragen manche Menschen so einen kleinen Schlüssel als Anhänger zu einer Kette. Es gibt auch Bilder, da steht der Schlüssel für das Aufschließen des Himmelreiches, also, dass Menschen bei Gott wohnen können (evtl. gibt es in der Kirche eine Darstellung des heiligen Petrus mit einem Schlüssel). Wir hören jetzt von einem Heiligen, zu dem ein Schlüssel dargestellt wird.
GL: Benno ist der Stadtpatron von München. Vor ungefähr 1000 Jahren hat er gelebt, er war der Bischof von Meißen. Meißen hatte damals schon einen großen Dom.
GL: Meißen liegt an einem großen Fluss, an der Elbe.
GL: Vor tausend Jahren gab es noch viele Menschen, die nicht Christen waren. Benno wollte die Sachsen und die Slawen zum Christentum bekehren. Aber heute wie damals gilt: Wie geht das? Damals regierte Kaiser Heinrich der IV. Die Sachsen kämpften gegen ihn, und Benno war auf der Seite der Sachsen gegen den Kaiser. Allerdings war auch der Papst ein Feind des Kaisers. Benno wurde vom Kaiser zuerst einmal gefangengenommen und dann wieder freigelassen. Schließlich bestimmte der Kaiser einen neuen Bischof, und Benno wurde abgesetzt. Benno floh zum Papst nach Rom.
Und jetzt erzähle ich euch die Legende, die man sich bis heute vom Heiligen Benno erzählt:
Stellt euch vor: Du bist Bischof und bist für ein Bistum verantwortlich. Es gehören viele Menschen dazu, aber auch viele Gebäude, Kirchen, Land (Wald und Felder), Klöster, und viel Geld. Wenn Du fliehen musst, kannst Du vielleicht ein bisschen Geld mitnehmen, aber nicht viel. Und alles andere bleibt sowieso, wo es ist: Kirchen, Landbesitz, Klöster, und deine Wohnung und vor allem deine Kirche, mit den Kunstschätzen darin.
Die Aussicht, dass jemand kommt und vielleicht alles zerstört oder verkauft, das ist nicht schön. Was also tun?
GL: Das hat jetzt mit dem Schlüssel zu tun. Tatsächlich sperrt Benno seine Bischofskirche in Meißen ab, als er fliehen muss. Vielleicht habt ihr eine Idee, was er dort alles versperrt haben könnte, damit es keiner wegnimmt?
GL: Keiner konnte dort hinein. Was machte er mit dem Schlüssel?
GL: Wahrscheinlich hatte Benno nicht viel Zeit, sich ein geheimes Versteck in Meißen zu suchen. Jedenfalls nahm er den Schlüssel und warf ihn weit hinaus ins Wasser des großen Flusses, der durch Meißen fließt – die Elbe, sie ist dort fast so groß wie ein See.
Kein Mensch wird dort in der Tiefe den Schlüssel finden! Keine Ahnung, wie Benno selbst dachte, dass er wieder in die Kirche hineinkommt.
GL: Jedenfalls ging er zum Papst nach Rom und kehrte drei Jahre später wieder zurück.
Als Benno von seiner langen Reise von Rom zurückkam, sah er nicht aus wie ein Bischof. Benno sah aus wie ein gewöhnlicher Reisender. Kein Mensch erkannte ihn als Bischof. Kurz vor Meißen ging er in ein Wirtshaus, wo er übernachten konnte. Er aß dort zu Abend. Und er hat sicherlich die ganze Zeit überlegt, wie er wieder in den Dom kommen würde und zu den Menschen sprechen könnte. Da bekam er einen großen Fisch serviert. Als er ihn teilte, fand er im Bauch des Fisches einen Schlüssel: den Schlüssel zu seiner Kirche. Da wusste er, dass er zurückkommen wird und wieder in den Dom hineinkommt und Bischof sein wird.
Die Menschen waren sehr glücklich über ihren Bischof. Er war sehr lang noch ihr Bischof, er wurde 96 Jahre alt. Nach seinem Tod pilgerten viele Menschen zu seinem Grab, um dort zu beten.
Sein Grab wurde vor ungefähr 500 Jahren umgezogen nach München. So verehren wir jetzt in unserem Dom den heiligen Benno, und zu seinem Namenstag am 16. Juni kommen viele Menschen, um sein Fest zu feiern.
Jedes Kind malt den Fisch mit dem Schlüssel im Bauch, gemeinsam entsteht ein großes „Wasserbild“.
Alle Kinder stellen sich in einen Kreis
Entnommen aus: „Dir sing ich mein Lied – Das Kinder und Familiengesangbuch“; Amt für Kirchenmusik der Diözese Rottenburg-Stuttgart (Hg.); Schwabenverlag; 2011.
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